Archiv der Kategorie 'gegebenheiten'

„sie können ja aufstehen“ I+II

M. hat man kaum gemerkt. Im Bad war sie schnell und hat nichts Besonderes erledigt. Wir aßen gemeinsam auf dem Zimmer und tauschten gegebenenfalls Essen miteinander. Sie wußte, was sie wollte und ließ sich so schnell nichts sagen. Sie war viel draußen. Rauchen. Aber nicht bewegen. Zum ersten Stock nahm sie den Fahrstuhl. Einmal sind wir ein paar Schritte gegangen und ich konnte sie überreden, die Treppe zu nehmen. Sie war fix und fertig. Wenn sie nicht rauchte, schaute sie fern. Das hat auch nicht gestört, sie bediente sich der Kopfhörer. Und manchmal haben wir uns einfach nur unterhalten. Zum Abschied haben wir uns sogar umarmt. Einmal rief sie mich auf meinem Zimmer an.

Dann kam Frau G. Mit ihr war es nicht ganz so einfach, obwohl eine sehr nette. Sie kam aus einem anderen Zimmer, einer anderen Station. Sie war noch gar nicht ganz da, bemerkte ich ihre Unbeholfenheit und half ihr mit den Blumen. Wechselte das stinkende Wasser und beschnitt die Rosen. Sie brauchte sehr lange, um ihre Tasche auszupacken. Als das Essen kam, nahm sie einen Bissen, verzog das Gesicht und legte sich wieder ins Bett. Sie beneidete mich um meinen Appetit.
Die ersten Tage sollte sie die Beine hoch legen. Wasser in den Füßen. Außerdem machte ihr die Leber zu schaffen. Sie bekam Tropfnahrung. Davon musste sie pupsen. Sie entschuldigte sich.
Einmal war ihr sehr schlecht. Ich konnte es kaum mit ansehen. Ich holte die Schwester. Ich brachte ihr eine entsprechende Tüte. Immer wenn sie raschelte, dachte ich, es geht los. Ich konnte nicht einschlafen. Dann hatte sie Schmerzen im Bauch und ich konnte nichts tun.
Ich half ihr mit der Bedienung des Fernsehers. Sie hat nichts anderes getan, abgesehen von ihrem kleinen Radio, welches sie selten an hatte. Nach ein paar Tagen hatte auch sie Kopfhörer.
Als ich schon gepackt hatte, brauchte sie ein Taschentuch. Ich überließ ihr ein Päckchen, weil sie keine mehr hatte. Sie wollte mir dafür Geld geben.
Als ich Abführmittel bekam, war sie so nett und ging auf eine andere Toilette, damit unsere frei war. Manchmal erzählte sie Geschichten aus ihrem Leben. Manchmal tranken sie Apfelkorn auf Arbeit, sie hatten einen Hund, sie hatte einen Mann. Sie redete zu wenig über ihren Mann, um seinen Tod bewältigen zu können.
Ich überlegte, ihr ein Heftlein zu schenken, in dem sie ihre Gedanken niederschreiben konnte. Aber ihre Augen waren nicht mehr so gut. Sie hatte auch nie gerätselt oder gelesen.
Einmal habe ich geweint. Sie setzte sich auf meinen Bettrand und nahm meine Hand.
Zum Abschied gab sie mir ihre Telefonnummer. Warum rief ich nicht an?

rolling over

gestern mit dir und dem roller nach erkner und zurück. was für ein glück =)

„papa, warum hast du eigentlich 2 zahnbürsten?“

halt mich fest, nimm meine hand, nimm mich mit, lass mich nicht mehr los.

zwei kinder auf dem spielplatz

du hast mich auf die idee gebracht, einen gemüseeintopf zu machen. doch hatte ich nur kartoffeln und möhren.
ein kinderlachen im hintergrund. jetzt geht es nicht. mit einer hand geht das nicht.
du hältst mich mit beiden händen, hältst mich fest. das kann ich immer noch nicht glauben. aber du bist da und ich auch. und deine hände kann ich mir nicht mehr weg denken.

ich liebe was du sagst, besonders, wenn du nichts sagst.

left & leaving

but not lost.
jetzt gehts wieder von vorn los.
please tell me that i`m the one you`re looking for. tell me, you`re thinking of me. come on and take my hand.
abgesehen vom stadtplan trägst du die sonne umher.

to continue

kaum hat man die augen des ausruhens wegen geschlossen, kommt die müdigkeit langsam angekrochen und will alles mit sich in den schlaf reißen.

indaa-nädd!

ist wieder da!
juchu! endlich wieder rumtippen hier und die doofe laune rauslassen und überhaupt mal wieder kommunizieren. aber nicht sofort… also bis später!

take me with you

ich komme gerade aus rostock: weihnachtsmarkt mit glühwein (!), sogar mit ente-essen am 1. advent und marzipantorte, stollen und plätzchen, familie meines freundes kennenlernen, saunieren, meine großeltern in zingst besuchen, bar, bei einem bekannten film schauen mit tee trinken und kekse naschen, strandspaziergang, doch leider nicht mehr die zeit gehabt, sich auch den rostocker zoo anzuschauen.
das war eines meiner schönsten wochenenden!

schmuddel-da

was hältst du vom herbst? ich find es jetzt bereits ausreichend kalt. kälter sollte der winter auch nicht werden. und so richtig war auch gar kein herbst. bis ende oktober war es angenehm (fast sommerlich) warm und schwupp di wupp, da lag auch schon das laub unter den ästen. hab ich das verpasst? ja! das ging mir viel zu schnell, obwohl ich nichts dagegen hätte, wenn der frühling jetzt oder sagen wir nach weihnachten schon wieder blühen würde. ich mag weihnachten. weil es so schnell dunkel wird, machen alle schöne lichter an, nicht zu vergessen die kerzen, und wenn man nicht allzu sehr im jährlichen stress steckenbleibt und dieses schauspiel mit ansehen kann, kommt freude auf. ich kann sagen, ich werde weihnachten nicht weichherziger oder kuschelbedürftiger – das verteile ich schön auf jeden tag des jahres – viel mehr werde ich trauriger und frage öfter nach dem sinn des ganzen spektakels. auf der einen seite gefällt mir das und auf der anderen seite: wozu? damit wir uns an unsere lieben wieder erinnern? damit wir uns endlich die aufmerksamkeit schenken, nach der man sich den rest des jahres gesehnt hat? damit wir die wirtschaft ankurbeln? wie modern sind wir, wenn wir weihnachten feiern, weil jesus geboren wurde? ist das diskriminierend? sag mir, wie viele gläubige gibt es deutschland, in europa, auf der erde?
und falls ich das noch nicht erwähnt habe: ich bin für winterschlaf! ich sollte eine unterschriftenliste rumgehen lassen, einige interessenten habe ich schon auf meiner seite! dann ist es aus mit den depressionen, der übermüdetheit (wort erfunden!?), dem stress, dem lichtmangel, der kälte und diesen doofen dingen … ihr wisst schon…

you said you wouldnt have any time for me today


1 euro für berlin!

berlin ist unsere stadt und braucht unsere hilfe und mit nur einem euro kann man dabei sein! beim klickern habe ich diese page entdeckt und gespendet.
der bund hat beschlossen, berlin beim schuldenabbau finanziell nicht zu unterstützen und damit es besser läuft und nicht noch mehr einsparungen bei kitas, sozialen einrichtungen, kultureinrichtungen, unis, hochschulen oder insgesamt im bildungssektor vorgenommen werden müssen, können wir berlin helfen!

widerstand (slosigkeit)

ich lag grad in meinem bett rum und habe gelesen, dann war ich müde, doch konnte nicht schlafen. wahrscheinlich, weil meine nase weh tut bzw. eine gesichtshälfte.
doch flogen viele gedanken durch meinen kopf und ich würde so gern alle frei lassen, doch bin ich mir der konsequenzen bewusst. deshalb sollte ich es lassen. und doch möchte ich es sagen. und doch sollte ich es lassen. aber… aber…

ich puste in den tee und mir beschlägt die brille.

wenn ich doch nur nicht so oft lust bekommen würde, etwas dummes zu tun.
(damit meine ich nicht das in-den-tee-pusten)

„this is the story about the boys who loved you“

seit langer zeit habe ich heute geheult. ich musste etwas faxen und das gerät steht in der teeküche. ich habe aus dem fenster gesehen, geheult, mehrere papiertücher dran glauben lassen und ich dachte, es würde kein ende nehmen. ich dachte, ich würde mich nicht mehr zusammenreißen können – müsste mich für den rest des tages krank melden. doch tippte ich die nummer ein, sendete nebenbei die blätter – keine ahnung, wohin – und konnte es nicht fassen, dass ich in diesem laden gebraucht werde. mein verantwortungsbereich ist nicht groß, aber es ist meiner. dort sind aufgaben von mir zu erledigen. ich bin dort fest eingeplant und mit mir wird gerechnet. ich konnte nicht einfach gehen. ich bin geblieben. dort hing auch ein spiegel, ich sah hinein und dachte, so sollte mich keiner sehen. doch niemand hat etwas gemerkt. und ich machte weiter.
bisher konnte ich manche bemerkungen einfach runterschlucken, ich habe geglaubt, besser damit umgehen zu können, doch heute habe ich mir das gegenteil bewiesen. dabei war gar nichts schlimmes. aber es überkam mich.

die pappnase, die mir nie zeigte, dass sie mich will, wohnt eine u-bahn-station entfernt von der pappnase, die mich letzte nacht nicht kuscheln wollte. und beide pappnasen haben das gleiche bett! das gibt es doch gar nicht! das verwirrt mich! was soll das? wenn das irgendjemand ansatzweise versteht: bitte legt eure ideen dar!
es hat sich nichts geändert.

und schwupp-di-wupp wird mir wieder klar, dass ich allein bin. dass es nur auf mich ankommt. ich verließ ihn heute morgen anders als ich es mir im bad noch vornahm. ich war so enttäuscht von ihm und gab ihm dennoch einen kuss. dabei wollte ich, dass er merkt wie scheisse es ist, nicht geküsst zu werden, wenn der augenblick passt.

aus dem fenster aus dem zug

Eine aufmerksame Kuh schaut nach dem vorbeifahrenden Zug.
Gleich erreiche ich den Bahnhof Neubrandenburg. Es ist Mittag. Der Zug geht nach Stralsund. Auf meinem Personalausweis steht diese Stadt unter dem Merkmal Geburtsort.
In Neubrandenburg halte ich die Augen offen nach dem See, der Fachhochschule und dem Kreisverkehr. Alles, was ich sehe, ist ein Gebäude der FH und eine Kirche.
Und jetzt ist nichts. Nur Landschaft, Felder, Wiesen, Bäume und Wälder, eine Fabrik, ein paar wenige Autos, sobald eine Straße sichtbar wird. Dann wieder nur Wald. Das Bedürfnis, durch den Wald zu laufen und zu suchen. Natürlich mit dem Wissen, nichts zu finden und am Ende trotzdem enttäuscht zu sein.
Alles ist kühl, feucht, grau. Doch Bäume und Sträucher noch grün, obwohl sich der Herbst an so manchen Stellen und Orten schon heranschleicht.
Fast hatte ich geglaubt, dass Grimmen in einem gewissen Zusammenhang steht mit >grimmig<, aber dem ist nicht mehr so: Ich habe soeben eine Meerjungfrau über das Feld fliegen sehen. Sie war schlank, etwa drei Meter lang, hatte eine blaue Flosse und einen roten Pulli an. Den Kopf konnte ich leider nicht sehen, der versteckte sich bereits hinter Gebüsch.
Ganz bestimmt hatte sie sich verirrt und sucht die Ostsee. Dafür ist sie jedenfalls in der korrekten Richtung unterwegs. Den Zug hat sie nicht mehr bekommen. Aber Meerjungfrauen fahren ja auch nicht mit dem Zug!

Wenn ich alte, bereits begrünte Gleise sehe, stelle ich mir vor wie vor mehreren Jahrzehnten, als dies noch die einzigen Gleise an dieser Stelle waren, eckige Dampflokomotiven ihren gemütlichen Weg zurücklegten. Wie zu dieser Zeit hier alles ausgesehen haben mag? Wie die Bahnhöfe? Und die Menschen? Wann war das eigentlich?
Wie gern würde ich diesen Gleisen folgen!

das andere ich

du sagst, ich sei anders. anders als sonst.
ich sage, du kennst mich nicht. ich bin nicht anders. ich bin ich.

träume & entscheidungen

in meinen träumen geht es nicht um meine träume. es geht um meine ängste und das macht mir angst. es sind ganz banale dinge, die mich da beschäftigen, doch werde ich sie nicht los.
ich möchte mal mit einer guten idee aufwachen, mit dem gefühl, es wird ein guter tag; ich werde etwas neues ausprobieren, etwas gestalten, eine idee verwirklichen und zufrieden sein. ich möchte das gefühl haben, etwas wichtiges zu tun- etwas für mich zu tun.
braucht jeder mensch sein „eigenes reich“? zur persönlichkeitsentwicklung, zum zurückziehen vom massenstress der gesellschaft, der wirtschaft, dem verkehr and so on? zum pause machen? oder ist dies ein grundbedürfnis? betrachtet man die andere seite und stellt sich vor: ich bin ein nichts, meine bedürfnisse stehen nicht im vordergrund, ich passe mich an und tue das, was von mir „erwartet“ wird, dann kann ich kein individuum sein, dann bin ich wie die meisten oder habe zumindest das gefühl.
hier gilt es für mich, einen mittelweg zu finden – wie so oft. ich bin kein entscheidungsfreudiger mensch!
und an dieser stelle möchte ich ein gedicht zitieren:

„schwierigkeiten in der sitzung

das argument
hat mich überzeugt
das gegenargument
hat mich überzeugt
seine widerlegung
und deren widerlegung
haben mich überzeugt

offenbar
bin ich von der sache
so weit entfernt
daß ich noch nicht
partei ergriffen habe

was hat die sache
mit mir
zu tun?“

19.1.78 von hans-curt flemming

jetztjetztjetzt

einmal in die sabbernden fressen schlagen können… oder in die fetten bäuche der gesellschaft, die mich so ankotzen… in die glotzenden augen, die umherstarren, weil sie kein ziel fixieren können. diese stupide moment-euphorie soll mich mal in ruhe lassen.

ich will niemanden schlagen! ich bin einfach nur mal sauer.
rege interesselosigkeit.

ich möchte mit jemandem sprechen, obwohl ich weiß, ich würde keine worte finden. dann lieber nichts sagen!?

diesig

das graue wetter lockte mich nach draußen. liegt es daran, dass ich ein novemberkind bin? ich liebe diesen niesel, diese trübe feuchte luft, die sich so lecker atmet. wenn dann kaum jemand unterwegs ist und ich selbst draußen diese stimmung genießen kann, fühle ich mich wohl.
anschließend ein camembert-sonnenblumenkernbrötchen mit brombeergelee von oma… hmmmm… und heut abend gehts nach rostock. allein im zug sitzen und raus gucken macht mich glücklich.

drei ich´s – three me´s

„quak.“

„sei kein frosch!“

„quak!“

„sei kein frosch!“

„quak!“

und die leute hören nicht auf zu quaken, nein, sie machen immer weiter, sagen immer das gleiche, es passiert immer das gleiche. sie antworten alle das gleiche.

ich auch.