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es ist schon sehr spät, doch irgendetwas hält ihn davon ab, schlafen zu gehen. ihm ist schwindlig vor müdigkeit. doch hat er angst vor dem bett. es würden wieder die gleichen bilder auftauchen, die gleichen gefühle, die gleiche ruhelosigkeit; das gleiche herz würde pochen, sich durch die verschiedenen Rhythmen schlagen bis es der Müdigkeit nachgibt. doch so weit ist er jetzt noch nicht. alles fängt gerade auf ein neues an. wie jeden tag. fast jeden tag. ja, es gab auch gute tage. an diesen tagen betrachtete er die welt aus einer freundlichen perspektive. es konnte geschehen, dass er sich dann in der bahn in eine frau verliebte, weil sie ihm ein lächeln schenkte. doch heute war nicht solch ein tag. ihm ist, als würde eine große steinkugel in der dunkelheit auf ihn zu rollen. diese erdrückt ihn, so dass er probleme hat, zu atmen. es schnürt ihm die kehle zu, er muss husten. trinkt einen schluck wasser. sieht auf die uhr: 2:38. und morgen arbeiten, wieder kopfschmerzen haben und sich fragen, wie den tag überstehen. er geht zu bett. versucht zu schlafen, doch dreht sich nur umher. seine gedanken kreisen, kommen ins schleudern, dies macht ihm angst, er setzt sich auf. trinkt noch einen schluck. reibt sich die stirn, die schläfen; massiert seinen kopf. er möchte sich wieder normal fühlen, doch die angst ist da. sie hält ihre hand fest auf seiner schulter. er glaubt, sich der angst hingeben zu müssen, weil sie sich nicht einfach abschütteln lässt. doch es wird schlimmer. die bilder sind schärfer, größer. er beginnt zu schwitzen. schlaftabletten? er hält nicht viel davon. laufen gehen? versuchen, sich auf ein buch zu konzentrieren? schreiben? weinen? kalt duschen gehen? er hat keine lösung. er legt sich wieder hin, lässt alles zu, verkrampft sich vor schmerz. und sein herz klopft unbeirrt weiter.

Wie man eine tote Ente retten kann

Das Wetter ist derzeit nicht das Prickelndste. Dennoch haben meine Schwester und ich eine Regenpause genutzt um spazieren zu gehen. Da ich wunderschön am Wasser gelegen an der Rummelsburger Bucht wohne, haben wir uns auf die bunten Ringelsöckchen gemacht. Wir gingen den Weg entlang, an uns vorbei noch andere Erholungssuchende. Wir sind noch nicht sehr weit gegangen, da erspähte meine Schwesti einen Steg und weil sie Stege mag, haben wir gleich die Richtung eingeschlagen. Wir waren noch gar nicht richtig drauf, da macht sie schon: „i-i-i-i-i!“ und ich guck die ganze Zeit, wo denn was >i< ist und denk, da sitzt irgendwo eine Spinne, doch ich sehe sie nicht. Ich halte mich schon für blöd – oder sie? – da schau ich auch ins Wasser. Da schwimmt die Ente! Aber passiv. Also, sie wird geschwommen! Vom Wasser, weil sie dazu keine Kräfte mehr hat. Sie liegt auf der Seite und da sieht man erstmal, wie lange Beine eigentlich so ein Haubentaucher hat! So >i< sah sie gar nicht aus, eigentlich sogar sehr gut; die Wachsfunktion ihres Federkleides hat noch sehr gut funktioniert.
ZuSatz: Wenn man eine tote Ameise sieht oder einen toten Käfer, ist das gar nicht so schlimm, aber je größer der tote Körper ist, desto >i< .
Jetzt standen wir aber da und wussten nicht, was tun. Wir hatten zwei Möglichkeiten: Ente nicht weiter beachten, so tun, als hätten wir sie nie gesehen und mit dem schlechten Gewissen(wie war das noch mal mit der Vogelgrippe?) leben. Oder Institutionen einschalten, die wissen, was getan werden muss. Nach einigem Zögern hielt ich es (als große Schwester zwecks der Vorbildfunktion – jaja) für angebracht, >110< ins Händy zu tippen und mit einem freundlichen Mitarbeiter der Polizei zu sprechen. Nachdem ich alle wichtigen Angaben durch gegeben hatte, sagt er: „Aber sie sind hier bei der Berliner Polizei, wenn sie in Stralau sind, müssen sie die Brandenburger Polizei anrufen.“ –Häh?- „Das ist doch in Berlin.“ – „Ach so? Na jedenfalls sind wir nicht mehr dafür zuständig, das macht jetzt die Feuerwehr.“ Okay, meinetwegen die Feuerwehr. Als ich aus der Warteschleife befreit wurde, erklärte ich nochmals die Situation der toten Ente und den Standort. Und auch er sagte mir freundlich, dass ich doch bei der Brandenburger Feuerwehr anrufen müsste. Ich versicherte ihm, dass ich mich in Berlin befinden würde und so auch Stralau. Ich gab ihm die Straße durch und nach 20 Minuten kam ein großes Feuerwehrauto mit vier Feuerwehrmännern. Hui, dachte ich, wegen einer Ente! Okay, auf geht’s! Wir mussten noch den Spielplatz passieren, um ans Wasser zu gelangen. Die Kinder waren begeistert: „Kuck mal, ein Feuerwehrmann!“ Dabei waren es vier. Zwei von ihnen hatten vorsorglich Gummihandschuhe an und eine große Plastiktüte mitgenommen. Am Steg angekommen, sehen wir, wie zwei kleine Mädchen versuchen, die Ente mit Stöcken ans Ufer zu hieven. [Liebe Eltern, klärt doch bitte eure Kinder auch über aktuelle Gefahren und ansteckende Krankheiten auf, das soll doch nicht böse enden.]
Aber die Feuerwehr hat das alles so elegant geregelt und den Kindern versichert, dass es gefährlich ist, mit toten Enten zu spielen. Die Ente wurde aus dem Wasser geholt, in die Tüte gesteckt und der Feuerwehrmann sagte: „So, die Ente geht jetzt zum Doktor“ und alles war erledigt. Wir haben ein gutes Gewissen, die Feuerwehr auch, doch was nun wirklich mit der Ente war, werden wir wohl nicht erfahren, es sei denn, es war ernst und dann durch die Medien.
Anschließend konnte der Spaziergang so richtig beginnen mit Eis schlecken und Fotos machen von einem glücklichen Entenpaar mit sechs kleinen Mini-Enten. Doch nach einer Weile zogen wieder graue Wolkenfelder auf und wir beeilten uns, ins Trockene zu kommen. Da schauten wir sogleich aus dem Fenster und es prasselte. Schön, wenn man von drinnen dem Regen zuschauen kann!

Insekten in unserer Wohnung

Es ist Frühling, also nicht mehr so kalt, nein, sogar schon richtig warm. Die Winterjacke wird schnell wieder weggehängt, so, dass man sie nicht mehr sehen muss und endlich können wir wieder kurzärmelig nach draußen gehen. Aber nicht nur das. Man lüftet wieder. Man reißt die Fenster ganz weit auf, am besten den halben Tag lang, um den Wintermuff und andere unangenehme Gerüche frei zu lassen. Dann schaust du einen kleinen Augenblick nicht hin, passt kurz nicht auf und schon ist es passiert: Fliegen! Sie fliegen in der Mitte des Zimmers, ungefähr da, wo die Lampe hängt, immer im Kreis. Und als erstes denkst du: ach, wie nervig! Fliegen hier so rum und machen das typische Fliegen-Geräusch. Dann denkst du: Wird denen gar nicht schlecht? Aber nein, ihnen wird nicht schlecht, im Gegenteil, denen scheint das richtig Spaß zu machen, denn sie hören gar nicht mehr auf. Die erste Folge ist: du schließt das Fenster und es stellt sich die Frage wie man Fliegen wieder los wird. Wenn man keine geeigneten Mittel zur Hand hat, ist so mancher Mitbewohner (z. B. meiner) kreativ und denkt sich ein Mittel aus: Er schmiert also Honig an eine alte Socke und befestigt diese mit Hilfe einer Wäscheklammer an der Lampe, in der Hoffnung, die Fliegen bleiben da kleben. Schnell hinsetzen und schauen, was passiert. Erstmal gar nichts. Doch jetzt! Der Honig tropft herunter auf den Teppich. Der Ärger ist groß und das Interesse der Fliegen am Honig sehr klein.
An dieser Stelle wurde aufgegeben. Man betrachtet nun Fliegen schon als Mitbewohner, aber welche, die keine Miete zahlen. So ähnlich verhält es sich mit Spinnen. Die hängen in den Ecken rum und wenn sie groß genug sind, um mich zum Schreien zu bringen, dann schreie ich. Ich fasse mir ans Herz, starre auf die Spinne, damit sie bleibt, wo sie ist. (wo sollte sie denn hinlaufen? Spinnen sind so faul!) Zwischen meinem Piepsen und Ekelausrufen versuche ich meinen Mitbewohner darauf aufmerksam zu machen, dass ich in großer Gefahr bin und irgendwann kommt er tatsächlich träge aus seinem Zimmer ins Bad oder in die Küche, um mich zu retten. Doch bevor er das tut, sagt er jedes Mal mit ernster Miene: „Na, das wäre doch die beste Gelegenheit für dich, deine Spinnenphobie zu bekämpfen!“ Nein! Nein! Ich will sie nicht wegmachen! Ich kann das nicht! Mein Atem geht schneller, ich bin sehr aufgeregt beim dem Gedanken, die Spinne in die Hand zu nehmen. Er merkt das und ehe ich es bemerke, wurde die Spinne in einem Küchentuch zerquetscht und im Klo runter gespült. Jetzt tut mir die Spinne leid; ich wollte nicht, dass sie stirbt, sie sollte nur aus dem Fenster geworfen werden.
Und wenn man glaubt, alles sei wieder gut, klopfen schon die Mücken ans Fenster und wollen auch mal rein.